Konzeption
Inhalt
- Vorüberlegungen
- Formen pädagogischer Arbeit
2.1 Angebote
2.2 Maßnahmen und Methoden
- Ziele der pädagogischen Arbeit
- Exemplarisches Angebot
4.2 Kurzportrait des Wildniscamps
4.3 Essen und Schlaf-/Ruheplatz
- Ziele und Formen der Zusammenarbeit mit der Zielgruppe
5.1 Besonderheiten im Teilnehmer*innenkontakt
5.2 Unterscheidung zu anderen naturpädagogischen Angeboten
- Rahmenbedingungen
6.1 Rechtsform
6.2 Lage und Räumlichkeiten
6.3 Gruppenzusammensetzung
- Zusammenarbeit innerhalb des Teams
7.1 Teamzusammensetzung
7.2 Teamsitzungen
- Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
- Fortbildung und Qualitätssicherung
- Expedition Hunsrück Sicherer Raum (Safe Space)
10.1 Was ein sicherer Raum ist
10.2 Wozu der sichere Raum dient
10.3 Was den sicheren Raum ausmacht
10.4 Wie du dich im Problemfall verhältst
10.5 Hausrecht
10.6 Erweitertes Führungszeugnis
1. Vorüberlegungen
Der Lernort Expedition Hunsrück ist eine non-formale Bildungseinrichtung, die uns und anderen Naturpädagog*innen die Möglichkeit bietet, Bildungsformate für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln und anzubieten. Für jede unserer Zielgruppen verfügen wir über das entsprechende Fachpersonal, welches deren Bedürfnisse kennt. Kinder und Jugendliche, Frauen, Menschen mit Beeinträchtigung, Senior*innen, Menschen mit Migrationshintergrund, Familien und Teams… Für sie alle ist etwas dabei. Gleiche Zugangschancen für alle sind uns dabei besonders wichtig!
Die folgende pädagogische Konzeption stellt unsere Vision und unser Team vor. Zusätzlich ermöglicht sie einen Einblick in unsere Arbeit. Dafür werden zunächst die Rahmenbedingungen vorgestellt, innerhalb derer wir arbeiten. Im Anschluss widmet sich der Text unseren Angeboten. Wir führen aus, was uns motiviert, unsere Zeit mit Menschen in der Natur zu verbringen und welche konkreten Angebote wir anbieten. Lernen macht Freude, aber noch schöner ist das Lernen in Gemeinschaft!
Und deshalb stellen wir Euch vor, wie wir uns die Zusammenarbeit mit Euch, in unserem Team und auch mit anderen Institutionen aus dem Hunsrück vorstellen.
Wir legen großen Wert auf die Qualität unserer Arbeit! Wir nehmen deshalb in regelmäßigen Abständen an Fortbildungen teil und schaffen mit Expedition Hunsrück einen sicheren Ort für alle Teilnehmenden. Mehr dazu erfahrt Ihr in den abschließenden Punkten unserer Konzeption.
2. Formen pädagogischer Arbeit
Die Kursangebote ermöglichen den Kursteilnehmenden, Wissen und Fertigkeiten zu erwerben, die sie je nach Themenbereich für ihr Privat- oder Berufsleben nutzen können. Darüber hinaus findet eine Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit statt, die durch Prozesse des kreativen Schaffens oder Naturbegegnungen verstärkt werden. Die Zusammenarbeit und der intensive Austausch in kleinen Gruppen fördern die Vernetzung naturinteressierter Personen in der Region.
2.1 Angebote
Die Bildungsangebote des Vereins sind in folgende Themenblöcke gegliedert:40
Handwerk
- Schnitzkurse für Jugendliche 8-14 Jahre, separat Erwachsene
- Nähkurse für Outdoor-Textilien
- Künstlerische Kreativangebote z.B. Töpfern, Malen, Zeichnen
Selbstversorgung
- Imkern
- Essbare Wild- und Heilpflanzenkurse
- Konservieren von Lebensmitteln z.B. Trocknen für Expeditionsnahrung
Friluftsliv und Wildnispädagogik
- Kochen/Backen auf dem Feuer
- Theoretische Auseinandersetzung mit Routenplanung, Wetter, Karte &
Kompass
- Basic Survival
- Wanderungen (Wildnis- & Baumwanderung)
- Naturpädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen
Selfcare & Prävention
- Gesprächskreise
- Gruppenbildende Maßnahmen
- Empowerment Trainings in der Natur
- Yoga & Meditation z.B. Pflanzen- & Baummeditation
Familienangebote
- Wildnis Camp für Jugendliche 10-16 Jahre
- Thematische Kindergeburtstage (Töpfern, Natur-Farben herstellen, Bogenschießen)
2.2 Maßnahmen und Methoden
In diesem Abschnitt folgt eine Auflistung der Maßnahmen und Methoden derer wir uns aus der Friluftsliv-Pädagogik und der Theorie des transformativen Lernens bedienen.
Das Friluftsliv [frie-lufts-lief], welches sich dem skandinavischen Phänomen des „Draußen Lebens“ widmet, dient uns insofern als Methode, als dass durch die direkte Naturerfahrung sowohl Wissen als auch Erfahrung generiert wird.
„Learning by doing“ hat sich für uns durch bisherige Lernaktivitäten bewährt und knüpft darüber hinaus an ein transformatives Bildungsverständnis an.
Das Vägledning, welches ein skandinavischer Führungsstil aus dem Friluftsliv ist, stellt für uns die geeignete pädagogische Führungsmethode dar, weil es uns ermöglicht, die Jugendlichen in ihrem Lernprozess zu begleiten und ihnen dennoch genügend Freiräume bietet, um sich eigenständig mit ihrem Aufenthalt in der Natur zu beschäftigen. Die Gruppe der Jugendlichen ist selbst für die Planung und Durchführung der zu erledigenden Aufgaben zuständig. Auch, wenn es für manche Jugendliche vermutlich eine Herausforderung darstellt, sich in unbekanntem Terrain selbst zu organisieren, verfolgen wir das Ziel, dass junge Menschen auf diese Weise lernen, Verantwortung für ihr eigenes Tun zu übernehmen. Unser Team begleitet sie dabei mit einer offenen und wertschätzenden Haltung und unterstützt in Momenten der Unsicherheit. Gerade zu Beginn des Lernprozesses besteht ein großer Teil der Handlung aus dem Experimentieren. Für die Wissensvermittlung bedienen wir uns themenbezogener Spiele oder Handwerkstechniken, die den Kindern und Jugendlichen das intuitive Lernen erleichtern soll.
Bei aufkommenden Konflikten sehen wir es als unsere Aufgabe, zu vermitteln und zu moderieren. Die Spielerlebnisse können mit in die Reflexionen einbezogen werden, welche vom pädagogischen Team angeleitet werden.
Auch die Gruppe selbst nutzen wir als pädagogisches Mittel, damit die Teilnehmenden sich durch Aushandlungsprozesse in ihrer Sozialkompetenz üben.
Das Handwerk, welches einen großen Bestandteil in den Angeboten einnimmt, nutzen wir dazu, den Teilnehmenden bestimmte Lerninhalte zu vermitteln. So wird sich beim Erstellen von Pflanzendrucken oder dem Flechten von Korbschalen beispielsweise mit einheimischen wilden Pflanzen, deren Lebensräumen und Bestandsschutz auseinandergesetzt. Die Fertigung einer eigenen Schale durch die Technik des Glutbrennens bietet die Möglichkeit, hartnäckig ein eigenes Ziel zu verfolgen und schließlich einen verwertbaren Gegenstand in den Händen zu halten. Gleichzeitig schafft diese Tätigkeit, so wie auch das Basteln eines Traumfängers eine geeignete Möglichkeit, um über indigenes Wissen und den Respekt gegenüber anderen Kulturen zu sprechen. Die Handwerksprojekte ermöglichen theoretisches und praktisches Wissen miteinander zu verknüpfen und somit einen langanhaltenden Lernerfolg zu sichern.
Durch den Einsatz von Zeit und die Kraft, welche in all diesen Produkten stecken, wird das Konsumbewusstsein geschult. Darüber hinaus erfahren die Teilnehmenden dadurch Selbstwirksamkeit und Achtung vor sich und dem eigenen Tun, weshalb wir dem Handwerk eine solch große Bedeutung beimessen.
Das Modell der Lernwerkstätten dient uns als Orientierung für die Konzeption unserer Kooperationen mit Bildungsinstitutionen. Die Erfahrungsberichte des Umwelt Bundesamtes sprechen bei dem Modell von einem besonders guten Erfolg für transformative Bildungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen. Zudem stellen sie eine geeignete Anschlussstelle für BNE-Ziele dar.
3. Ziele der pädagogischen Arbeit
Expedition Hunsrück e.V. hat das Ziel, den Menschen aus der Region Friluftsliv zugänglicher zu machen. Friluftsliv verstehen wir als einen ganzheitlichen Lebensstil, der das Potenzial hat, Wandlungsprozesse zu fördern, die ein Leben in einer komplexen Welt fordert. Unsere pädagogischen Tätigkeiten leisten in Bezug auf (Selbst-)Bildung, Gesundheit, Konsum sowie den Umgang mit anderen Menschen einen nachhaltigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Für die Gesellschaft, den Staat und unsere Erde erachten wir es als wertvoll, bewusste, verantwortungsvolle Menschen auszubilden, die sich selbst und ihr eigenes Tun hinterfragen und dementsprechend anpassen können. Wir möchten Menschen dafür begeistern, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, indem wir Naturschutz attraktiver machen.
Für das Individuum selbst argumentieren wir ähnlich wie die Friluftslivpädagogik, dass die intensiven Naturerfahrungen in der Gruppe dazu führen, soziale Fähigkeiten zu stärken. Ferner wird durch den Umgang mit Herausforderungen das Selbstbewusstsein geschult.
Die Teilnahme an Kursen aus dem Bereich “Handwerk” tragen neben dem Erwerb kreativer und praktischer Fertigkeiten dazu bei, Entspannung und Entschleunigung in den Alltag der Lernenden zu integrieren. Das Herstellen von Outdoor Equipmen aus Naturmaterialien stärkt das Gefühl von Selbstwirksamkeit und schärft den Blick für nachhaltigen Konsum und Minimalismus.
Die Angebote zur “Selbstversorgung” umfassen sowohl Wissenserwerb im Bereich der Wild- und Heilpflanzen als auch der Nutzpflanzen des eigenen Gartens/Balkons. Die Vermittlung von Theorie zum Bestimmen und Verwenden der Pflanzen wird untermauert von praktischen Anwendungsbeispielen, die je nach Kursformat variieren. Ein zusätzlicher Nutzen entsteht für die Lernenden darin, dass sie durch die intensive, spielerische Auseinandersetzung mit der Natur ihre körperliche und geistige Gesundheit fördern. Die Formate sind so angelegt, dass stets Raum für Erholung und zum Austausch in der Gruppe bleibt. So wird neben der Bildung zur Nachhaltigkeit auch Hilfe zur Selbsthilfe und individuelle Beratung gewährleistet. Die “Friluftsliv- und Wildnispädagogik” Angebote bieten unterschiedlichen Zielgruppen die Möglichkeit zur Naherholung und leicht zugängliche Abenteuer in der Region zu erleben. Dabei werden Fertigkeiten vermittelt, die den Teilnehmenden Mut und Sicherheit für ihre eigenen Outdooraktivitäten geben. Dass Verlassen der eigenen Komfortzone und das Erleben von Grenzerfahrungen ermöglicht darüber hinaus einen Perspektivwechsel,der Stagnation in sowohl persönlichen als auch beruflichen Situationen unterbrechen kann. Die Menschen gelangen durch die empowernden Maßnahmen des Friluftslivs zu mehr Selbstwirksamkeit und stärken ihre Verbindung zur inneren und äußeren Natur. Die Kursangebote zu “Selfcare und Prävention” legen einen besonderen Fokus auf Achtsamkeit und Kommunikation, weshalb sie ein großes Potenzial für Persönlichkeitsentwicklung, Teambuilding und Vernetzung in der Region bieten.
In unseren „Familienangeboten“ werden Kinder spielerisch an den Erwerb von Wildpflanzenwissen und den Umgang mit Tieren herangeführt. Sie lernen somit von Anfang an, ihre Verbindung zur Natur aufrecht zu erhalten und sich in Naturräumen sicher zu fühlen. Dass Kinder schon früh lernen, ihre Umwelt wertzuschätzen, stellt einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit dar, da Menschen nur das schützen, was ihnen lieb und vertraut ist.
Darüber hinaus ist es uns ein Anliegen, dass unsere Bildungsformate auch als Schutzräume wahrgenommen werden. Wir leisten somit einen Beitrag dazu, dass Kindern und Jugendlichen sicher und altersgerecht begegnet wird. Schutzbedürftige Menschen sollen bei uns eine Anlaufstelle haben und für unsere Angebote sollen gleiche Zugangschancen für alle bestehen, unabhängig von Geschlecht, sozialer oder kultureller Herkunft sowie sexueller Orientierung. Der Verkauf von eigenen Produkten ermöglicht es Expedition Hunsrück, einen Fördertopf für marginalisierte Gruppen oder Menschen mit Zugangsbarrieren anzulegen, damit diese auch an den Kursangeboten Teil haben können.
4. Exemplarisches Angebot
4.1 Kurzportrait des Wildniscamps
Titel der Veranstaltung:
„Wildniscamp für Jugendliche im Wandel der Zeit“
Hauptziel der Veranstaltung:
Es geht darum, Kernkompetenzen zu erwerben, die für den Aufenthalt in der freien Natur notwendig sind. Ferner steht das Erwerben eines Zugehörigkeitsgefühls zur Natur im Zentrum. Dazu gehört auch, Wissen und Handlungsoptionen zu erwerben, die dabei helfen, sich in der Natur zurecht zu finden. Zwischen den Jugendlichen und der sie umgebenden Natur entstehen Resonanzräume, die sie über Sinneserfahrungen, Gefühle und Gemeinschaftserleben explorieren können. Vertieft werden die Erlebnisse durch thematische Lehrgänge.
Zeit und Ort:
3 Tage (und 2 Nächte) in den Sommerferien
Beteiligte Partner*innen:
Expedition Hunsrück und Privatpersonen, die Interesse an den Lerninhalten haben oder auf eine Betreuung in den Ferienzeiten angewiesen sind.
Zielgruppe:
Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren; Gruppengröße 10-12 Jugendliche
Realer Bedarf:
Das Leben in der Gemeinschaft fordert von jedem/r seinen/ihren Teil zum großen Ganzen beizutragen. Damit erhält jede/r seinen wertvollen Platz in der Gemeinschaft. Es kommt zu Gruppenbildung und Zuständigkeitsverteilung, da ohne die Mitarbeit der Jugendlichen kein Lagerleben möglich ist! Die Jugendlichen können selbst mit in die Organisation eingebunden werden, die Erwachsenen helfen, vor allem bei der Kommunikation.
Thematische Anbindung an Friluftslivinhalte
Thema 1. Block „Rund ums Feuer“
Thema 2. Block „Wildpflanzen“
Thema 3. Block „Spurensuche“
Thema 4. Block „Naturhandwerk“
Möglichkeiten des transformativen Lernens:
1) Die Jugendlichen werden mit einer unbekannten Situation des Lagerlebens konfrontiert. Es entsteht daraus die Notwendigkeit aus der Komfortzone herauszutreten. Bisherige Handlungsweisen/Denkmuster können dabei ins Wanken geraten.
2) Dadurch entsteht die Möglichkeit, sich mit anderen Haltungen und Perspektiven auseinanderzusetzen. Die Gemeinschaft trägt durch persönliche Krisen hindurch.
3) Durch das Experimentieren in einem offenen und dennoch geschützten Raum, können neue Handlungsweisen erprobt werden und vor allem durch die Intensität der Erfahrungen besonders nachhaltig wirken. Das sinnliche Erleben wirkt dabei als Lernverstärker.
Anerkennung und Abschluss/Lernzielkontrolle:
Es findet keine Lernzielkontrolle im herkömmlichen Sinne statt. Ob die Inhalte bei den Jugendlichen nachhaltig wirken, zeigt sich in der Praxis, beziehungsweise den abendlichen Reflexionsrunden.
4.2 Essen und Schlaf-/Ruheplatz
Das Essen wird gemeinsam mit den Jugendlichen in einer Feldküche oder auf dem offenen Feuer zubereitet. Dabei werden hauptsächlich ökologische und regionale Produkte verwendet. Die vorwiegend vegetarischen Gerichte dienen den Teilnehmenden als Inspiration für eine gesunde Ernährung. Das Essen erfolgt in gemeinsamer Runde im Sitzkreis um die Feuerstelle.
Geschlafen wird je nach Witterung unter einem Tarp, in Jurten oder Tipis. Gelegentlich können mutige Teilnehmer*innen auch das Schlafen unter freiem Himmel erproben und genießen.
5. Ziele und Formen der Zusammenarbeit mit der Zielgruppe
5.1 Besonderheiten im Teilnehmer*innenkontakt
- Kontakt auf Augenhöhe
- Respektvoller und wertschätzender Umgang
- Persönliche, individuelle Beziehungen
- Kreative Partnerschaft
- Zugang zu Communities
- Unterstützung für die Teilnehmenden:
- Persönliche Begleitung
- Hilfe zur Selbsthilfe
- Teilnehmende helfen sich gegenseitig
5.2 Unterscheidung zu anderen naturpädagogischen Angeboten
- Orientierung an skandinavischem Friluftsliv
- Orientierung an der Wildnispädagogik und BNE
- Transformative Bildungsangebote
- Wissenschaftlich fundierte Arbeit
- Soziale Innovation
- Heterogenität, Intersektionalität → weniger Zugangsbarrieren47
6. Rahmenbedingungen
6.1 Rechtsform
Expedition Hunsrück ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein gem. § 52 AO (Bundesministerium der Justiz, 2007).
6.2 Lage und Räumlichkeiten
Der Verein hat seinen Hauptsitz in der Gemeinde Bell (Hunsrück). Für die pädagogischen Angebote werden je nach Bedarf Räumlichkeiten, Grillhütten, Freiflächen oder Waldstücke gemietet. Diese werden den Teilnehmenden spätestens bei Kursanmeldung mitgeteilt. Die Schnitzkurse finden im Werkraum der Waldorfschule Kastellaun statt. In diesem befinden sich alle Werkzeuge frei zugänglich. Die Nutzung der Schnitzwerkzeuge findet nur nach Einweisung durch die Kursleitung und unter Aufsicht statt. Maschinen kommen für die Teilnehmenden nicht zum Einsatz. Ein Erste-Hilfe-Kasten ist vor Ort und jederzeit zugänglich. Das umliegende Grundstück kann in den Pausenzeiten oder auch zum Erweitern des Kursraumes genutzt werden. Sanitäre Anlagen befinden sich im Haupthaus der Waldorfschule und können während der Veranstaltung genutzt werden. Der Parkplatz vor dem Schultor darf ebenfalls während der Veranstaltung genutzt werden.
Die Kindergeburtstage finden in einer privaten Töpferwerkstatt in Bell (OT Krastel) statt. Die Nutzung von Werkzeugen aller Art findet nur nach Einweisung durch die Kursleitung und unter Aufsicht statt. Maschinen kommen für die Teilnehmenden nicht zum Einsatz. Ein Erste-Hilfe-Kasten ist vor Ort und jederzeit zugänglich. Der angrenzende Garten kann in den Pausenzeiten oder als Erweiterung des Kursraumes genutzt werden. Sanitäre Anlagen befinden sich im Wohnhaus der Privatperson und können während der Veranstaltung genutzt werden. Parkmöglichkeiten befinden sich an der Ortstraße.
Für das Jugendcamp wird eine Freifläche angemietet. Dabei wird beachtet, dass diese mit dem PKW zu erreichen ist und sich dennoch in ruhiger Lage befindet. Ferner wird es ein angrenzendes Waldstück mit gemischtem Baumbestand geben. Beide Bereiche (Wiese und Wald) dienen den Jugendlichen als Spiel- und Lernort.
Das pädagogische Personal ist geschult, etwaige Gefahrenquellen wie Bachläufe, Teiche oder Waldabschnitte mit Totholz zu erkennen, dies mit den Jugendlichen zu kommunizieren und entsprechend zu meiden. Auf dem Gelände befindet sich eine Feuerstelle, welche zum Wärmen und als Kochstelle dient. Als Schutz vor Nässe dienen vorübergehend aufgebaute Tarps oder Zelte, wie beispielsweise Jurte und Tipi. Die Nutzung von Werkzeugen aller Art findet nur nach Einweisung durch die Kursleitung und unter Aufsicht statt. Maschinen kommen für die Teilnehmenden nicht zum Einsatz. Ein Erste Hilfe Kasten ist vor Ort an der Kochstelle zu finden und ist dort jederzeit zugänglich. Die Örtlichkeit ist nicht ans Wassernetz angeschlossen. Wasser zum Waschen der Hände wird in Kanistern bereitgestellt und täglich frisch aufgefüllt. Da das Wasser nur begrenzt zur Verfügung steht (bestimmte Anzahl an Kanistern), erhält es einen gewissen Stellenwert, welcher einen sparsamen Umgang mit der Ressource erforderlich macht. Eine Händewaschstation gibt es an der Komposttoilette und eine weitere Station befindet sich an der Kochstelle. Als Seife dient beispielsweise biologisch abbaubare Lavaerde.
6.3 Gruppenzusammensetzung
Unsere Zielgruppen und Gruppenzusammensetzungen variieren mit den Dozent*innen. Insgesamt sprechen wir sowohl Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene an. Eine gesonderte Zielgruppe sind Unternehmen. Im ersten Gründungsjahr ist unsere Hauptzielgruppe Kinder und Jugendliche im Alter von 8-16 Jahren. Ab dem 2. Jahr wird es auch Angebote für mittelständige Unternehmen geben, die durch uns Selbstbildung und Teambuilding für ihre Mitarbeitenden anbieten können, um so komplexen Anforderungen im Beruf gewachsen zu sein.
Perspektivisch richten wir unsere Angebote auch explizit an (Privat-)Personen in Lebensübergangsphasen (beispielsweise nach Schule, Jobwechsel, Trennung, Migration, Burn-out, Krankheit, Schwangerschaft/Erziehungszeiten) Jedes Alter, Geschlecht und Nationalität ist uns willkommen.
7. Zusammenarbeit innerhalb des Teams
7.1 Teamzusammensetzung
Wir sind ein Team aus pädagogischem Fachpersonal mit umfassenden Kenntnissen in Kunsthandwerk, Selbstversorgung und Wildpflanzen. Wir setzen uns zusammen aus zwei Sozialpädagog*innen, einem Heilerziehungspfleger, einer Ergotherapeutin, einer Dozentin in der Erwachsenenbildung und Migrationspädagogik und einem Bauingenieur. Darüber hinaus stehen wir in engem Austausch mit Coaches und Trainer*innen, deren Kompetenzen wir bei Bedarf buchen. Unsere vielfältigen Kompetenzen ermöglichen es uns, gezielt auf die Bedürfnisse unserer Zielgruppen einzugehen. Wir lieben das Leben in und mit der Natur und nutzen dies auf kreative Weise, um Gemeinschaften zu bilden.
Wir zeichnen uns durch unsere vielfältigen Angebote aus, die wir angepasst auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden entwickeln. Darüber hinaus verfügen wir über eine empathische und wertschätzende Grundhaltung, die uns selbstsicher und ruhig den Teilnehmenden gegenübertreten lässt. Unsere Fertigkeiten sind krisenerprobt und ermöglichen uns daher auch in herausfordernden Situationen flexibel und kreativ neue Lösungsansätze zu finden. Zu unseren Kernkompetenzen zählen:
- Projektplanung und Konzeption von Bildungsangeboten in der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Erwachsenenbildung
- Didaktik von Jung bis Alt
- Moderations- und Kommunikationstechniken
- Begleitung und Beratung Menschen mit psychischer Erkrankung sowie körperlicher als auch kognitiver Beeinträchtigungen
- Integration und Inklusion
- Umgang mit herausforderndem Verhalten
- Gewaltfreie Kommunikation
Ergänzt werden diese durch folgende praktische Fertigkeiten:
- Schnitzen & Bildhauen
- Nähen, Stricken, Filzen
- Zeichnen & Malen
- Modellieren
- Kochen & Backen (auch auf dem Feuer)
- Vermittlung von Wild- und Heilpflanzenwissen
- Spielen
- Yoga, Rituale
- Imkern
Unsere Kernaktivitäten bestehen somit hauptsächlich in der50
- Planung & Konzeption von Kursformaten beziehungsweise Veranstaltungen
- Die Veranstaltung von Kursen externer Dozent*innen
- Produktion und Vermarktung von Kunsthandwerk, welches wir als zusätzliche Einnahme dem Vereinszweck zu Gute kommen lassen.
7.2 Teamsitzungen
Die Teamsitzungen des pädagogischen Personals finden nach individueller Absprache statt. Alle Entscheidungen werden basisdemokratisch getroffen.
8. Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Unsere Angebote sind so angelegt, dass sie auch in Kooperation mit anderen Einrichtungen, Organisationen und Institutionen durchgeführt werden können.
Auch ist es uns möglich, auf Anfrage Angebote zu erstellen, die beispielsweise an den Lehrplan von Schulen anknüpfen. Wir stehen in engem Austausch mit Familie und Beruf e.V. und entwickeln Angebote, die sowohl für Familien als auch für Unternehmen einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Familienleben leisten können.
9. Fortbildung und Qualitätssicherung
Alle unsere Teamer*innen haben an einem Erste Hilfe Outdoor-Kurs teilgenommen. Sonstige erworbene Zusatzqualifikationen sind: Gender-Zertifikat (1 Person), Wildnispädagogik (1 Personen), Erlebnispädagogik (1 Person), Friluftsliv (1 Person), Yoga (1 Person).
Kommende Fortbildungen werden in naher Zukunft angestrebt: Waldpädagogik (1 Person).
Zur Qualitätssicherung dient der Onlinefeedbackbogen beziehungsweise der Hinweis auf die Kontaktmöglichkeit über unsere Homepage. Darüber können uns jederzeit Anregungen und Kritik erreichen.
10. Expedition Hunsrück Sicherer Raum (Safe Space)
Bei Expedition Hunsrück möchten wir, dass du als Person und in deinen gemeinsamen Momenten mit anderen frei bist und dich frei ausdrücken kannst, unabhängig von Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Hautfarbe, Sprache, politischer oder anderer Haltungen, nationaler oder sozialer Herkunft, Behinderungen, Religion oder des sonstigen Status. Wir möchten, dass du die Gegenwart und in deine Umwelt mit allen Sinnen und in vollen Zügen genießen kannst. Wir wollen, dass Expedition Hunsrück ein sicherer Raum für alle ist.
10.1 Was ein sicherer Raum ist
Wir sind ein sicherer Raum, in dem jeder (du selbst eingeschlossen) frei ist, nein zu sagen, ohne dass es einer Erklärung bedarf.
10.2 Wozu der sichere Raum dient
In unserem sicheren Raum sollte sich jeder vor körperlichen Verletzungen sicher fühlen. Natürlich können Unfälle passieren. Wenn du also verantwortlich bist, entschuldige dich und überprüfe, ob es den Menschen gut geht und stelle sicher, dass sie Hilfe bekommen.
10.3 Was den sicheren Raum sonst ausmacht
Der sichere Raum ist inklusiv und freundlich. Jeder ist willkommen, unabhängig von Alter, körperlicher Verfassung, Fähigkeiten, politischen Ansichten. Vermeide daher unangemessene Kommentare über die Kleidung oder den Stil anderer Personen. Vermeide unangemessene Körperkontakte mit anderen. Erzwinge es nicht, nahe beieinander zu sein; berühre keine intimen Körperteile oder ähnlich…
Sei im Allgemeinen freundlich und aufmerksam zu anderen Teilnehmenden. Akzeptiere zu jeder Zeit den persönlichen Raum eines jeden Menschen.
10.4 Wie du dich im Problemfall verhältst
Falls etwas schief geht oder du dich in einer Situation unwohl fühlst, zögere nicht zu reagieren und dich aus der Situation zu entfernen. Es ist für das Wohlergehen aller Teilnehmenden unerlässlich. Du kannst direkt reagieren, indem du mit der Person sprichst, bei der du dich unwohl fühlst, indem du ein potenziell gefährliches oder missbräuchliches Verhalten stoppst, sobald du es bemerkst, oder indem du es einem Mitglied Teams von Expedition Hunsrück mitteilst. Wir helfen in heiklen Situationen.
Teilnehmende, die diesen Grundsätzen zuwiderhandeln und den Weisungen der Teamer*innen nicht nachkommen, können des Kurses beziehungsweise der Veranstaltung des Vereins verwiesen werden. Bei groben Verstößen gegen allgemein verbindliche Verhaltensregeln können Teilnehmende ohne Ersatzansprüche von allen restlichen Unterrichtseinheiten sowie jeglichen Angeboten des Vereins ausgeschlossen werden (dauerhaftes Hausverbot).
Sollte dir ein unangemessenes Verhalten auffallen, zögere nicht, dich umgehend an das Team von Expedition Hunsrück zu wenden. Diese Vorgaben zum sicheren Raum gelten für die Räumlichkeiten die Expedition Hunsrück anmietet sowie alle externen Kurse und Veranstaltungen, bei denen die Expedition Hunsrück als Kooperationspartner, selbst als Organisator oder durchführende Kraft agiert und tritt mit Wirkung vom 01.04.2025 in Kraft.
10.5 Hausrecht
Teilnehmende haben den Anweisungen der Mitarbeiter*innen von Expedition Hunsrück zwecks Ausübung ihres Hausrechts unbedingt Folge zu leisten. Alle haben sich so zu verhalten, dass keine anderen Personen geschädigt, gefährdet oder belästigt werden.
Teilnehmenden wird der Zutritt zu den Räumlichkeiten verweigert oder diese werden den Räumlichkeiten verwiesen, wenn diese die Anordnungen des Vereins nicht befolgen, erkennbar unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen, erkennbar gewaltbereit oder zur Anstiftung zu Gewalttaten bereit sind, bei denen ein Hausverbot besteht, erkennbar die Absicht haben, die Veranstaltungen des Vereins zu stören, verbotene oder gefährliche Gegenstände mit sich führen oder gegen die Vorgaben des sicheren Raums verstoßen. Teilnehmenden ist es zudem untersagt: Veranstaltungen des Vereins zu stören; politische Propaganda und Handlungen, rassistische, fremdenfeindliche, verfassungsfeindliche Parolen oder Embleme zu verwenden oder zu verbreiten beziehungsweise durch Gesten eine rechtsradikale Haltung kund zu tun.
10.6 Erweitertes Führungszeugnis
Um sicherzustellen, dass auch von Seiten des Teams keine Gefährdung ausgeht, fordern wir insbesondere für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ein erweitertes Führungszeugnis.
Aktualisiert am 31.01.2025, 13:50

